Sie liegt griffbereit im Rucksack, wiegt fast nichts und kann im Ernstfall Leben retten – die Rettungsdecke. Doch im entscheidenden Moment stellt sich oft die Frage: Welche Seite gehört eigentlich nach außen? Damit Du die Rettungsdecke richtig verwenden kannst – am Berg, beim Wandern oder bei einem Outdoor-Notfall – erklären wir Dir hier alles Wichtige zur korrekten Anwendung, zur Funktionsweise und zur Auswahl der passenden Notfalldecke.
Wie funktioniert eine Rettungsdecke?
Eine Rettungsdecke besteht aus einer hauchdünnen, metallisch beschichteten Folie mit zwei unterschiedlich gefärbten Seiten – meist Gold und Silber. Beide Seiten reflektieren Wärmestrahlung, allerdings in unterschiedliche Richtungen. Dadurch kann die Notfalldecke je nach Lage zwei völlig gegensätzliche Aufgaben übernehmen:
- Schutz vor Auskühlung bei Kälte, Wind oder Nässe
- Schutz vor Überhitzung bei starker Sonneneinstrahlung
Die klassischen Rettungsfolien aus dem Verbandskasten sind allerdings nur für den kurzfristigen Einsatz gedacht. Wer länger in den Bergen unterwegs ist, sollte auf eine robuste Outdoor-Rettungsdecke setzen, die auch jahrelang im Rucksack unbeschadet überlebt. Gerade bei mehrtägigen Touren – etwa kombiniert mit einem leichten 40-Liter-Rucksack für Wintertouren – ist Qualität wichtiger als ein paar gesparte Gramm. Im Ernstfall zählt jede Minute.
Rettungsdecke richtig verwenden: Welche Seite kommt nach außen?
Die wichtigste Frage zuerst: Welche Seite gehört nach außen? Die Antwort hängt davon ab, ob Du Wärme speichern oder reflektieren willst:
- Bei Kälte: Die goldene Seite zeigt nach außen, die silberne Seite liegt am Körper. So wird Deine Körperwärme von der silbernen Innenseite zurückgestrahlt und Du bleibst warm.
- Bei Hitze: Die silberne Seite zeigt nach außen, die goldene Seite liegt am Körper. Die silberne Außenseite reflektiert die Sonnenstrahlen und schützt vor Überhitzung.
Eine einfache Eselsbrücke: „Gold nach außen, wenn's kalt ist." So vergisst Du im Stress nie wieder, welche Seite wohin gehört. Für den Wärmeerhalt ist zusätzlich funktionelle Kleidung entscheidend – wer auf Merino-Funktionsunterwäsche als Basisschicht setzt, hat im Notfall einen klaren Vorteil, weil der Körper länger Wärme hält.
Anwendung in der Praxis: So setzt Du die Rettungsdecke richtig ein
Im Notfall zählt jede Sekunde. Damit die Rettungsdecke ihre volle Wirkung entfaltet, solltest Du folgende Schritte beachten:
- Windschutz suchen: Stelle Dich oder die verletzte Person an einen geschützten Ort – etwa hinter einen Felsen oder unter einen Baum.
- Isolation von unten: Lege bei Kälte unbedingt eine isolierende Schicht (Rucksack, Jacke, Laub) zwischen Körper und Boden. Die Rettungsdecke allein schützt nicht vor Bodenkälte. Optimal ist hier eine ultraleichte Isomatte, falls Du eine im Rucksack dabeihast.
- Decke vollständig einwickeln: Wickle Dich oder den Patienten komplett ein – inklusive Kopf, aber das Gesicht freilassen.
- Ränder fixieren: Damit die Folie nicht im Wind davonfliegt, an den Rändern mit Steinen oder Klebeband beschweren.
- Nasse Kleidung wenn möglich ausziehen: Feuchte Kleidung entzieht dem Körper Wärme. Wenn es die Situation erlaubt, vorher ausziehen.
Übrigens: Die Rettungsdecke kann auch als Signal- und Sichtschutz für Hubschrauber dienen. Die reflektierende Oberfläche ist aus der Luft hervorragend zu erkennen – ein nicht zu unterschätzender Vorteil im alpinen Gelände.
Welche Rettungsdecke ist die richtige? Material und Qualität
Beim Kauf einer Notfalldecke solltest Du nicht nur überlegen, welche Seite wofür ist, sondern auch auf Qualität und Material achten. Für ambitionierte Bergsteiger und Wanderer gilt:
- Robustes Material: Reißfeste, mehrlagige Folien halten auch raue Bedingungen aus.
- Größe: Mindestens 210 × 160 cm, damit auch große Personen vollständig eingewickelt werden können.
- Wasserdicht & winddicht: Schützt nicht nur vor Auskühlung, sondern auch vor Regen.
- Kompakt verpackt: Sollte ins Erste-Hilfe-Set oder die Seitentasche des Rucksacks passen.
Eine hochwertige Rettungsdecke wiegt nur wenige Gramm, kann Dir aber im Notfall das Leben retten. Bei Alpin Loacker findest Du langlebige Outdoor-Rettungsdecken, die speziell für den Einsatz in den Bergen entwickelt wurden – ideal als Ergänzung zu Deiner regulären Notfallausrüstung wie Stirnlampe, Erste-Hilfe-Set und faltbaren Trekkingstöcken für sicheren Halt im Gelände.
FAQ: Rettungsdecke richtig verwenden
Wie lange hält eine Rettungsdecke warm?
Eine Rettungsdecke kann den Wärmeverlust um bis zu 90 % reduzieren, ersetzt aber keinen Schlafsack. Für kurzfristige Notfälle reicht sie meist mehrere Stunden – entscheidend ist die richtige Anwendung mit Isolation von unten und Schutz vor Wind. Für längere Aufenthalte im Freien ist zusätzliche Kleidung oder ein Biwaksack notwendig.
Kann ich eine Rettungsdecke mehrfach verwenden?
Klassische dünne Folien aus dem Verbandskasten sind meist nur einmal verwendbar, da sie schnell reißen oder zerknittern. Hochwertige Outdoor-Rettungsdecken aus reißfestem Material lassen sich dagegen mehrfach einsetzen, sofern sie unbeschädigt bleiben. Prüfe Deine Decke regelmäßig auf Risse und tausche sie bei Bedarf aus.
Brauche ich eine Rettungsdecke auch im Sommer?
Ja, unbedingt. Auch im Sommer kann das Wetter im Gebirge schnell umschlagen, und Unterkühlung droht besonders bei Verletzungen oder Erschöpfung. Außerdem schützt die silberne Seite nach außen vor zu starker Sonneneinstrahlung – etwa bei einem Wartezeitraum auf Hilfe in exponiertem Gelände. Die Rettungsdecke gehört also ganzjährig in den Rucksack.
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