Wenn der Himmel sich verdunkelt und die ersten Tropfen fallen, zeigt sich, was Deine Outdoor-Ausrüstung wirklich kann. Die Wassersäule bei Regenjacken ist dabei die entscheidende Kennzahl, die über trockene oder durchnässte Stunden in der Natur bestimmt. Doch was ist eine gute Wassersäule bei Regenjacken wirklich – und welcher Wert ist für Dein nächstes Abenteuer der richtige? In diesem Ratgeber erfährst Du, worauf es ankommt, wie gemessen wird und welche Werte Du für verschiedene Aktivitäten brauchst.
Was bedeutet die Wassersäule bei einer Regenjacke?
Die Wassersäule einer Regenjacke ist eine genormte Maßeinheit, die angibt, wie wasserdicht ein Material tatsächlich ist. Vereinfacht gesagt: Je höher die Wassersäule, desto besser schützt Dich Deine Jacke vor Nässe. Gemessen wird in Millimetern (mm) – der Wert beschreibt, wie viel Wasserdruck das Gewebe aushält, bevor die ersten Tropfen durchdringen.
Zum Vergleich: Auch Zelte, Hosen und Rucksäcke werden nach dem gleichen Prinzip bewertet. Wer regelmäßig draußen unterwegs ist, sollte diese Kennzahl unbedingt kennen, denn sie macht den Unterschied zwischen einer angenehmen Tour und einem ungemütlich nassen Erlebnis.
- Wanderer profitieren von hohen Werten bei längeren Mehrtagestouren.
- Radfahrer brauchen Schutz, der auch bei Fahrtwind und Spritzwasser hält.
- Bergsteiger sind auf maximale Wasserdichtigkeit in extremen Wetterlagen angewiesen.
Gerade bei kalten oder feuchten Touren entscheidet auch die richtige Basisschicht über Dein Wohlbefinden. Eine atmungsaktive Merino Funktionsunterwäsche als Basisschicht ergänzt eine hochwertige Regenjacke perfekt.
Wie wird die Wassersäule bei Regenjacken gemessen?
Die Messung der Wassersäule erfolgt nach einem standardisierten Verfahren, meist nach der Norm DIN EN 20811. Dabei wird das Außenmaterial der Jacke unter einen Wasserzylinder gespannt und schrittweise mit Wasserdruck beaufschlagt. Der Druck steigt so lange, bis genau drei Wassertropfen die Innenseite des Materials erreichen. Der gemessene Wert wird anschließend in Millimeter Wassersäule umgerechnet.
Als Faustformel gilt:
- 0,1 Bar Druck = 1.000 mm Wassersäule
- 0,2 Bar Druck = 2.000 mm Wassersäule
- 1,0 Bar Druck = 10.000 mm Wassersäule
Laut europäischer Norm darf ein Material bereits ab einer Wassersäule von 1.500 mm offiziell als „wasserdicht" bezeichnet werden. In der Praxis reicht das jedoch bei Weitem nicht aus, um Dich bei stärkerem Regen oder über längere Zeit zuverlässig trocken zu halten.
Was ist eine gute Wassersäule bei Regenjacken für verschiedene Aktivitäten?
Die Frage, was eine gute Wassersäule bei Regenjacken ist, hängt stark vom Einsatzzweck ab. Nicht jede Aktivität verlangt nach Hightech-Material, aber bei intensiver Outdoor-Nutzung solltest Du keine Kompromisse eingehen.
- 1.500 – 4.000 mm: Schutz bei leichtem Nieselregen für kurze Zeit – ideal für Stadt und Alltag.
- 5.000 mm: Hält kurzen Regenschauern stand, stößt aber schnell an seine Grenzen.
- 10.000 mm: Solider Schutz für Wanderungen und Radtouren bei stärkerem Regen.
- 15.000 – 20.000 mm: Empfehlenswert für Bergtouren, Trekking und intensive Outdoor-Aktivitäten.
- Über 20.000 mm: Profi-Niveau für extreme Bedingungen, Hochtouren und Expeditionen.
Beispiel: Ist eine Regenjacke mit 5.000 mm Wassersäule wirklich wasserdicht? Bei leichtem Nieselregen ja – doch sobald Du in einen ordentlichen Schauer gerätst oder Deinen Rucksack längere Zeit auf den Schultern trägst, wird der zusätzliche Druck zum Problem. Erst spürst Du Feuchtigkeit an den Armen, dann durchdringt der Regen auch den Rest des Materials.
Für Herbst- und Wintertouren ist daher mindestens eine Wassersäule von 10.000 mm zu empfehlen, besser noch 15.000 mm oder mehr. Wenn Du mit einem Ultraleicht Rucksack für Wintertouren unterwegs bist, drückt das Gewicht zusätzlich auf das Material – ein Grund mehr, nicht am Schutz zu sparen.
Worauf Du neben der Wassersäule bei Deiner Regenjacke achten solltest
Die Wassersäule allein macht noch keine perfekte Regenjacke aus. Damit Du wirklich trocken bleibst, spielen weitere Faktoren eine wichtige Rolle:
- Atmungsaktivität: Eine hohe Wasserdampfdurchlässigkeit (MVTR) verhindert, dass Du von innen nass wirst.
- Verschweißte Nähte: Auch das beste Material nützt nichts, wenn an den Nähten Wasser eindringt.
- Robuste Reißverschlüsse: Wasserdichte oder abgedeckte Zipper schützen vor Eindringen von Feuchtigkeit.
- Imprägnierung (DWR): Die äußere Beschichtung sorgt dafür, dass Wasser abperlt und das Material nicht vollsaugt.
- Passform und Belüftung: Verstellbare Kapuze, Bündchen und Reißverschlüsse unter den Armen sorgen für ein angenehmes Klima.
Auch das Zubehör entscheidet über trockene Touren: Mit den richtigen Wanderstöcken bei kalten und nassen Bedingungen bleibst Du auch auf rutschigem Untergrund stabil. Und nach einem regnerischen Tag sorgt eine Ultraleicht Isomatte für angenehmen Schlafkomfort im Zelt.
Häufige Fragen zur Wassersäule bei Regenjacken
Ab welcher Wassersäule ist eine Regenjacke wirklich wasserdicht?
Offiziell gilt ein Material ab 1.500 mm als wasserdicht. Für echten Outdoor-Einsatz solltest Du jedoch mindestens 10.000 mm wählen, bei längeren Touren und schweren Rucksäcken eher 15.000 bis 20.000 mm.
Verändert sich die Wassersäule mit der Zeit?
Ja, durch Abrieb, Waschen und UV-Strahlung kann die Wassersäule mit der Zeit nachlassen. Eine regelmäßige Imprägnierung mit DWR-Mitteln frischt den Schutz auf und verlängert die Lebensdauer Deiner Jacke deutlich.
Ist eine höhere Wassersäule immer besser?
Nicht zwingend. Eine sehr hohe Wassersäule bedeutet oft auch ein steiferes Material und geringere Atmungsaktivität. Wer überwiegend bei moderatem Wetter unterwegs ist, fährt mit 10.000–15.000 mm meist komfortabler als mit Expeditionswerten.
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